Die Termine der Filmreihe im Überblick

Dienstag, 8. Dezember 2020: "I Vitelloni" (1953)

Dienstag, 8. Dezember 2020: I Vitelloni (1953) von Federico Fellini – Mit einer Einführung von Patrick Wellinski (Filmkritiker Deutschlandradio Kultur) um 18.45 Uhr

Dienstag, 15. Dezember 2020: "Non essere cattivo" (2015)

Dienstag, 15. Dezember 2020: Non essere cattivo (2015) von Claudio Caligari – Mit einer Einführung von Julia Dettke (WiMi Universität Rostock / Freie Filmkritikerin Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Dienstag, 12. Januar 2021: "La mafia uccide solo d’estate" (2013)

Dienstag, 12. Januar 2021: La mafia uccide solo d’estate (2013) von Pierfrancesco Diliberto – Mit einer Einführung von Dr. Gabriele Lenzi (Lektor für italienische Sprache und Kultur Universität Rostock)

Dienstag, 19. Januar 2021: "Le conseguenze dell’amore" (2004)

Dienstag, 19. Januar 2021: Le conseguenze dell’amore (2004) von Paolo Sorrentino 

Die Einführung wird Christian Alexius (WiMi Universität Marburg / Promovend im Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ der Universität Frankfurt) halten.

Dienstag, 27. April 2021, 18.30 Uhr: „8 1/2” (1963)

Dienstag, 27. April 2021, 18.30 Uhr: 8 1/2 („Achteinhalb”) von Federico Fellini (1963) mit Marcello Mastroianni, Anouk Aimée, Claudia Cardinale

8 1/2 ist das Manifest eines auktorialen Kinos“ (Leonarda Trapassi)

 Federico Fellinis „8 1/2“ (in Anspielung auf die acht Filme, die er als Regisseur bis zu diesem Zeitpunkt bereits gemacht hat) gehört zu den absoluten Klassikern des italienischen Kinos wie des „Films im Film“: eines Filmes also, der auch von sich selbst und den Regeln, Schwierigkeiten und Möglichkeiten des Kinos überhaupt erzählt. „Wir haben hier nicht nur einen Film über das Kino, sondern einen Film über einen Film, der sich selbst auf das Kino bezieht; nicht nur einen Film über einen Filmemacher, sondern einen Film über einen Filmemacher, der sich selbst in seinem Film spiegelt.“ (Christian Metz)

(Text: Julia Dettke)

Zum Inhalt:

In seinen Tagträumen kann er fliegen, fällt kurze Zeit später in unendliche Meerestiefe, verliert sich in schönen Alltagsminiaturen und malt sich diese aus. Erinnerungspuzzle aus seiner Kindheit tauchen auf. Aber nichts hilft Regisseur Guido Anselmo (Marcello Mastroianni) weiter für die Gestaltung seines neuen Films. Er ist gefangen in seiner künstlerischen Blockade. In einem Heilbad hofft er auf Gesundung. Nur wie soll das gelingen? Um ihn herum tänzelt ein explosives, lautstarkes, niemals zur Ruhe kommendes Konglomerat: Insistierende Fragen, Bohren vom Produzenten, von seinem Filmteam, der Presse, Begehren und Aufbegehren der Ehefrau und Geliebten. Nicht nur das gigantische Raumschiff-Filmset wartet auf seinen Startschuss. Dann plötzlich zwischen Dampfbadnebel und Kardinalsgewändern wähnt sich Guido in einer Oase, friedlich umgeben von allen seinen offenen und heimlichen Begierden. Alles nur ein Traum?

Fellinis mit zwei Oscars ausgezeichnetes Meisterwerk ist bis heute ein einflussreicher Meilenstein der Filmgeschichte. Kongenial ist Nino Rotas Filmkomposition: „La Passerella Di Addio“, der eindrucksvolle Abschlussreigen, ist eines seiner berühmtesten Stücke.

(Text: Italienisches Kulturinstitut Hamburg)

Einführung: Prof. Dr. Oliver Fahle, RUB, + „Dopo il film: due chiacchiere e un bicchier di vino": Gespräch nach dem Film um 22 Uhr

Anmeldung für den Auftakt am 27. April:

https://www.eventbrite.de/e/biglietti-8-12-federico-fellini-1963-150234488399

Dienstag, 18. Mai 2021, 18.45 Uhr: „La scomparsa di mia madre” (2019)

Dienstag, 18. Mai 2021, 18.45 Uhr: La scomparsa di mia madre („Das Verschwinden meiner Mutter”) von Beniamino Barrese (2019)

„Deeply personal and shot through with fascinating contradictions, The Disappearance of My Mother is a portrait of a woman in rebellion“ (The New York Times)

Beniamino Barrese (*1986) erzählt in diesem berührenden Debütfilm von seiner Mutter Benedetta Barzini, die seit den 1960er Jahren zu den bekanntesten Models Italiens gehört, mit Andy Warhol und Salvador Dalì arbeitete. Die nun beinahe Siebzigjährige unterrichtet inzwischen an der Universität Studierende über den Zusammenhang von Mode und Geschlechterklischees, lebt zurückgezogen und hält kritischen Abstand von medialer Aufmerksamkeit. Ihr jüngster Sohn ist fasziniert von der selbstbewussten, unabhängigen Frau, die seine Mutter ist – und die sich seinem wissbegierigen und sehnsüchtigen filmischen Blick doch stets entzieht. 

Wie porträtiert man einen Menschen, der gar nicht gesehen werden, sondern viel lieber verschwinden möchte? Ist der Blick auf Benedetta Barzinis Abwehr des Blicks, den sie als Eindringen in ihre Privatsphäre empfindet, gerade der Weg dazu, ihr nahe zu kommen? Oder tatsächlich eine rücksichtslose, übergriffige Zumutung, wie sie es ihrem Sohn immer wieder vorhält? „Das Verschwinden meiner Mutter“ ist das faszinierende Porträt einer zutiefst eigensinnigen Frau und einer Mutter-Sohn-Beziehung als liebevoll geführtem Kampf – und eine Reflexion über ganz grundlegende Fragen von Blickmacht und Selbstbestimmung, über den Blick der dokumentarischen Kamera, die Bedrohung einerseits und Versprechen einer Begegnung andererseits ist.

(Text: Julia Dettke)

Gespräch vor dem Film mit Beniamino Barrese

 

Die Anmeldung erfolgt über diese Seite bei eventbriteBis zur Ausschöpfung des Kontingents von 75 Plätzen erhalten alle Registrierten am Vormittag des Vorführungstages die Zugangslinks. Die Sichtung ist nur von Deutschland aus möglich.

Da es beim Auftakt am 27. April bei einigen E-Mail-Adressen Probleme bei der Zusendung der Links gab finden Sie den Zugang zum Gespräch mit Beniamino Barrese um 18.45 Uhr (als Zoom-Webinar) auch schon an dieser Stelle  Den Zugang zum Filmstreaming werden wir zu Beginn des Gesprächs dort zusätzlich im Chat veröffentlichen. 

Wir freuen uns auf Sie!

Dienstag, 8. Juni 2021, 18.45 Uhr: „Divina“ (2018)

Dienstag, 8. Juni 2021, 18.45 UhrDivina („Die Göttliche”) von Alberto Castiglione (2018)

Die Anmeldung erfolgt über diese Seite bei eventbriteBis zur Ausschöpfung des Kontingents von 75 Plätzen erhalten alle Registrierten am Vormittag des Vorführungstages die Zugangslinks. 

Da es beim Auftakt am 27. April bei einigen E-Mail-Adressen Probleme bei der Zusendung der Links gab, finden Sie den Zugang zum Gespräch mit dem Regisseur Alberto Castiglione und mit der Hauptdarstellerin Gisella Costanzo um 18.45 Uhr (als Zoom-Webinar) auch schon an dieser Stelle . Den Zugang zum Filmstreaming werden wir zu Beginn des Gesprächs dort zusätzlich im Chat veröffentlichen. 

Dienstag, 29. Juni 2021, 18.45 Uhr: „Normal“ (2019)

Dienstag, 29. Juni 2021, 18.45 Uhr: Normal („Normal”) von Adele Tulli (2019)

Normal is an elegantly composed [...] series of vignettes“ (The Guardian)

Was ist schon normal? Die junge Regisseurin Adele Tulli (*1982) befragt in ihrem episodischen Dokumentarfilm „Normal“, der 2019 auch im Rahmen der Berlinale gezeigt wurde, Schönheitsideale und genderbedingte Rollenzuschreibungen. Ihr Blick etwa auf ein kleines Mädchen, dem Ohrringe gestochen werden, auf einen Jungen, den der Vater auf sein erstes Autorennen einschwört oder auf Verlobte in einem Vorbereitungskurs auf die Zeit als Ehefrau findet filmisch besonders interessante Lösungen: Oft sind nur die Augen der Protagonist*innen zu sehen oder werden sie statisch und aus großer Distanz gezeigt. So gelingt Adele Tulli ein kluger feministischer Essayfilm, der Gesellschaftskritik und ästhetischen Anspruch gekonnt verbindet.

Anmeldung:

Die Anmeldung erfolgt über  diese Seite bei Eventbrite.
Die ersten 75 registrierten Personen erhalten am Tag der Vorführung ab 16 Uhr per E-Mail ihr kostenloses "Ticket" für den Zugang zum virtuellen Kinosaal.

Zugang zum Gespräch mit der Regisseurin Adele Tulli um 18.45 Uhr (als Zoom-Webinar) über den folgenden Link
Den Zugang zum Filmstreaming werden wir zu Beginn des Gesprächs dort zusätzlich im Chat veröffentlichen. 

(Text: Julia Dettke)

Dienstag, 9. November 2021: „The Sky over Kibera” (2019)

9. November 2021: "The Sky over Kibera" (2019) von Marco Martinelli

Streaming (43 min) auf Englisch und Suaheli mit italienischen, englischen bzw. deutschen Untertiteln und Gespräch mit dem Regisseur.

Der Zugang zum Gespräch mit dem Regisseur Marco Martinelli (als Zoom-Meeting) am Dienstag,  9. November 2021  um 18.00 Uhr erfolgt über den folgenden Zoom-Link >>>
Der Film ist verfügbar von Montag 8.11.2021, 18 Uhr bis Dienstag 9.11.2021, 24 Uhr auf https://www.youtube.com/watch?v=xKGAN9jXUic

THE SKY OVER KIBERA ist ein Kunstfilm: Er erzählt von der Inszenierung der „Göttlichen Komödie“ im riesigen Slum von Nairobi, Kibera, wo der Regisseur Marco Martinelli mit 150 Kindern und Jugendlichen arbeitete und Dantes Meisterwerk auf Englisch und Suaheli neu erfand. Und er tut dies mit seinem poetischen und visionären Stil, verwebt die Filmaufnahmen der Aufführung mit anderen Bildern, mit Sequenzen, die speziell im Slum gedreht wurden, um die alchemistische Operation der Verwandlung von Theater in Kino durchzuführen. Drei Teenager aus Nairobi geben Dante, Virgil und Beatrice Gesicht und Stimme: Sie sind die Führer, die das Publikum in das Labyrinth von Kibera führen, wo der "dunkle Wald", in dem sich der Dichter verirrt, mehr als nur eine Metapher ist: Kibera bedeutet auf Suaheli "Wald". Um sie herum rezitiert ein wimmelnder Chor von Körpern das Zusammentreffen von Bestien und Verdammten, Dieben und Mördern, Teufeln und korrupten Politikern und Dichtern, die die Wege der Erlösung aufzeigen: Zwischen Gesang und Schauspiel, frenetischem Lauf und wildem Tanz erwecken die 150 Protagonisten ein Fresko voller bewegender Poesie zum Leben, das die Universalität von Dantes Meisterwerk weiter bestätigt.

Bei dem Gespräch wird es um „The Sky over Kibera“, die Inszenierung und den Filmdreh, aber auch um das Buch von Marco Martinelli Nel nome di Dante gehen.

MARCO MARTINELLI ist Autor, Dramatiker, Regisseur. Zusammen mit der Schauspielerin und Regisseurin Ermanna Montanari gründete er das Teatro delle Albe, in dem die beiden auch als künstlerische Leiter tätig sind. Gemeinsam führen sie seit Jahren Projekte und Produktionen durch, die auf Dantes Werk basieren und internationale Tragweite erreichen, darunter die Inszenierung der gesamten „Göttlichen Komödie“ für das Ravenna Festival, 2017-2021. Martinellis Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und weltweit auf die Bühnen gebracht. Er gründete die „Non-Scuola“ [übers. Nicht-Schule], eine theaterpädagogische Institution für Jugendliche mit Sitz in Italien, die auch über die Grenzen Maßstäbe gesetzt hat. Sein Leinwand-Debüt gab er 2017 mit dem Film „Vita agli arresti“ über die birmanische Politikerin und Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. 2019 erschien (im Verlag Ponte alle Grazie) sein Buch „Nel nome di Dante“.

Filmtrailer anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=AolMZvFKqbw&feature=emb_rel_end

Organisation: Dr. Julia Dettke und Dr. Gabriele Lenzi in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut Hamburg.

IT

"The Sky over Kibera" (2019) di Marco Martinelli.

Film in streaming (43 min) in inglese e swahili con sottotitoli in italiano, inglese e tedesco e presentazione con il regista.

L'Istituto di Romanistica dell’Università di Rostock è lieto di annunciare la continuazione della rassegna online di film italiani anche per il semestre invernale 2021-22, in collaborazione con l'Istituto Italiano di Cultura di Amburgo.

Martedì 9 novembre 2021 alle ore 18, accoglieremo il regista e scrittore Marco Martinelli (cofondatore del Teatro delle Albe di Ravenna), con il quale discuteremo del film The Sky over Kibera e del suo libro su Dante recentemente pubblicato (Nel nome di Dante. Diventare grandi con la Divina Commedia). L'evento fa parte della XXI Settimana della Lingua Italiana nel mondo, dedicata al VII centenario della morte di Dante Alighieri.

Il dibattito con il regista, moderato da Gabriele Lenzi, lettore di italiano all'Istituto di Romanistica, si svolgerà su Zoom (e sarà tradotto in tedesco in consecutiva da Rosalba Limonciello).

Il film racconta la “messa in vita” della Divina Commedia nell’immenso slum di Nairobi, Kibera, dove il regista ha lavorato con 150 bambini e adolescenti, reinventando il capolavoro dantesco in lingua inglese e swahili.

Tre adolescenti di Nairobi danno volto e voce a Dante, Virgilio e Beatrice: sono le guide che conducono il pubblico nel labirinto di Kibera, dove la "selva oscura" in cui il poeta si perde è più che una metafora: Kibera significa "foresta" in swahili. Intorno a lei, un coro brulicante di corpi recita la confluenza di bestie e dannati, ladri e assassini, diavoli e politici e poeti corrotti, tracciando le vie della redenzione. Tra canti e drammi, corse frenetiche e danze sfrenate, i 150 protagonisti danno vita a un affresco pieno di commovente poesia che conferma ulteriormente l'universalità del capolavoro dantesco.

Durante la conversazione, Marco Martinelli ci parlerà della produzione e delle riprese di "The sky over Kibera", ma anche del suo ultimo libro: Nel nome di Dante.

MARCO MARTINELLI è autore, drammaturgo, regista. Insieme all'attrice e regista Ermanna Montanari, ha fondato il Teatro delle Albe, dove i due sono anche direttori artistici.

The Sky over Kibera nasce all'interno del percorso pluriennale di Martinelli e Montanari sulla Divina Commedia, che ha portato i due artisti a realizzare la trilogia prodotta da Ravenna Festival (2017-2021 Cantiere Dante: chiamata pubblica per la Divina Commedia), lo spettacolo Fedeli d’Amore, polittico in sette quadri attorno a Dante Alighieri (prodotto da Napoli Teatro Festival Italia) e il progetto Dante nei 5 Continenti (in collaborazione con il MAECI). Il lavoro di Martinelli ha vinto numerosi premi ed è stato messo in scena in tutto il mondo. Ha fondato la "Non-Scuola", un'istituzione educativa teatrale per giovani con sede in Italia, che ha fatto scuola anche oltre confine. Ha debuttato sul grande schermo nel 2017 con il film "Vita agli arresti" sulla politica birmana e premio Nobel Aung San Suu Kyi. Nel 2019 è stato pubblicato il suo libro "Nel nome di Dante" (per i tipi Ponte alle Grazie).

Guarda il trailer del film: https://www.youtube.com/watch?v=AolMZvFKqbw&feature=emb_rel_end

Organizzazione: Julia Dettke e Gabriele Lenzi in collaborazione con l’Istituto Italiano di Cultura di Amburgo.

Dienstag, 7. Dezember 2021: „La dolce vita” (1960)

7. Dezember 2021: Federico Fellinis „La dolce vita” (1960): Verzauberung und Entzauberung eines Missverständnisses.

Mit der Vorführung von „La dolce vita“ (1960) setzen wir nach „I Vitelloni“ und „8 ½“ den Schwerpunkt anlässlich von Fellinis hundertstem Geburtstag fort. „La dolce vita“ ist der wohl berühmteste Film des Regisseurs und eines der bekanntesten Werke der Filmgeschichte überhaupt: ausgezeichnet mit einem Oscar und der Goldenen Palme in Cannes, in Italien Auslöser eines Skandals und von Zensurforderungen. Sein verheißungsvoller Titel sei „längst zum Topos der angeblichen mediterranen Lebenslust des stets singenden und spielenden Italieners verkommen“, schreibt die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Uta Felten, und der Filmwissenschaftler Andrea Minuz unterstreicht: „La trasformazione del film La dolce vita in un marchio glamour, sinonimo di eleganza e frivolezza, è una delle più strepitose manipolazioni di significato subite da un’opera nel corso della sua storia“ („Die Verwandlung des Films La dolce vita in eine glamouröse Marke, Synonym für Eleganz und Frivolität, ist eine der größten Bedeutungsmanipulationen der Filmgeschichte.“) „La schifosa vita“ („Das ekelhafte Leben“) nennt die katholische Zeitung L’osservatore romano den Film polemisch.

Tatsächlich ist mit dem Titel „La dolce vita“ ein großes Missverständnis verbunden. Die Geschichte des Journalisten Marcello (Marcello Mastroianni), der im Rom der späten 1950er Jahre ein mondänes Leben zwischen Feiern und Schlagzeilen führt und im Laufe der episodischen Erzählstruktur seinen Vater, einen Filmstar und viele weitere Frauen trifft, ist die Geschichte einer Desillusionierung: Mindestens ebenso sehr wie vom Zauber der Dekadenz erzählt der Film von der Entzauberung ihres Scheins. Von diesem Missverständnis geht die Einführung aus und argumentiert anhand des Begriffspaares von Verzauberung und Entzauberung, dass eben das Zusammenspiel und die Umschlagsbewegung zwischen beiden seine anhaltende Faszination ausmachen.

Einführung Dr. Julia Dettke und Diskussion: 7. Dezember 2021, 18.45 Uhr auf Zoom

Filmsichtung: 6. Dezember, 18 Uhr bis 7. Dezember, 23 Uhr

(Links für beide Veranstaltungsteile nach Anmeldung)

Link zur Anmeldung: https://la_dolce_vita.eventbrite.de

Organisation: Dr. Gabriele Lenzi und Dr. Julia Dettke in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Hamburg

Dienstag, 11. Januar 2022: „Vogliamo anche le rose” (2007)

11. Januar 2022: „Vogliamo anche le rose” (2007) von Alina Marazzi, Gespräch von Dr. Gabriele Lenzi mit der Regisseurin

„Vogliamo anche le rose“ ist ein filmisches Portrait über die umfassenden Veränderungen, welche die Frauenbewegung und die sexuelle Befreiung der 1960er und 1970er Jahre in Italien hervorgebracht haben: Gleichberechtigung in der Familie, bei der Ausbildung und im Beruf, finanzielle Unabhängigkeit, sexuelle Befreiung, das Recht auf Verhütung und Abtreibung - das waren die elektrisierenden Schlagworte dieser neuen Zeit. Alina Marazzis Werk stützt sich auf Filmdokumente verschiedenster Quellen sowie auf die persönlichen Erlebnisse dreier Frauen. Anita, Teresa und Valentina haben ein gemeinsames Anliegen: Sie wollen nicht länger die fügsame Tochter, perfekte Ehefrau, aufopfernde Mutter sein. Tagebucheinträge der drei Protagonistinnen und überraschendes, bislang kaum gezeigtes Archivmaterial aus zwanzig Jahren Frauenbewegung ergeben die bunte Collage eines sozialen Wandels, der im katholisch-konservativen Italien von damals besonders hart erkämpft wurde. (Quelle: DokFest München)

Gespräch mit der Regisseurin Alina Marazzi und DiskussionDienstag, 11. Januar 2022, 18.45 Uhr auf Zoom

Filmsichtungvom 10. Januar, 18 Uhr bis 11. Januar, 23.30 Uhr

(Links für beide Veranstaltungsteile nach Anmeldung.)

Link zur Anmeldung: https://vogliamoanchelerose.eventbrite.de

Die Tickets sind bis zum 10.01.22 um 16 Uhr bestellbar.

Die E-Mail mit den Zugangsdaten bekommen Sie am 10.01.22 um 17 Uhr.

Dienstag, 17. Mai 2022: "Il Decameron" (1971)

17. Mai 2022: Il Decameron  (1971)  von Pier Paolo Pasolini

Einführung von Dr. Cora Rok (Universität Heidelberg): Vom Verlust der Unschuld im Neokapitalismus: Warum Pasolini seiner "Trilogia della vita" abschwor 

Zwischen 1971 und 1974 erscheinen drei Literaturverfilmungen von Pier Paolo Pasolini, die als „Trilogie des Lebens“ („Trilogia della vita“) bekannt geworden sind; es handelt sich um größtenteils werkgetreue Adaptionen einer kleineren Auswahl von Novellen aus Giovanni Boccaccios Decameron, Geschichten aus Geoffrey Chaucers Canterbury Tales und Märchen der orientalischen Sammlung Tausendundeine Nacht. Zu sehen sind darin meist heitere frivole Szenen aus dem Liebesleben nicht nur heterosexueller Pärchen oder auch Grüppchen, bestehend aus alten und jungen Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten und ethnischer Herkunft, die sich nach listigem Bemühen oder animiert durch glücklichen Zufall unbeschwert und spielerisch ihrem Begehren hingeben und dabei ungezwungen ihre nackten Körper zur Schau stellen. Spätestens seit der ‘68er Revolte ist ein freizügiger Umgang mit dem (nackten) Körper kein Novum mehr und so scheint es auch auf den ersten Blick, dass Pasolinis Filme von einem ähnlichen emanzipatorischen Zeitgeist bewegt sind wie andere künstlerische Produktionen aus der Ära der großen sexuellen Revolution. Das Besondere an der Trilogie ist jedoch, dass Pasolini darin den Eros mittelalterlicher Menschen (auch nicht-westlicher Kulturkreise) filmisch einzufangen sucht, der – so lässt sich auch nach der Lektüre der literarischen Vorlagen urteilen – mitunter sogar aufgeklärter und ungehemmter wirkt als jener spätmoderner westlicher Gesellschaften. Genau ein Jahr nach der Veröffentlichung von "Il Fiore delle Mille e Una Notte" distanziert sich Pasolini jedoch von der Trilogie und verfasst einen Text, in dem er von dieser „abschwört“ ("Abiura dalla Trilogia della vita“) und die Gründe für seinen plötzlichen „Hass“ auf den menschlichen Körper darlegt. Der Vortrag möchte die Kapitalismuskritik, die in diesem Text deutlich wird, unter die Lupe nehmen und anhand des ersten Films der Trilogie, Il Decameron von 1971, der im Anschluss gezeigt wird, die Kritikpunkte beleuchten. Da sich der Vortrag auch als eine Kurzeinführung in die Boccaccio-Verfilmung versteht, wird auch auf die Struktur und die thematischen Schwerpunkte des Films im Vergleich zur literarischen Vorlage eingegangen.

Ort:  Hörsaal 218 im Universitätshauptgebäude

Zeit: 19 Uhr

Wir freuen uns auf einen vollen Kinosaal!

 

Dienstag, 14. Juni 2022: "A ciascuno il suo" (1967)

Dienstag, 14. Juni 2022:  A ciascuno il suo  (1967) von Elio Petri

Begleitvortrag/Einführung von Prof. Albrecht Buschmann (Universität Rostock): Reden über das Schweigen: Leonardo Sciascia, die Mafia und Elio Petris A ciascuno il suo

Heute ist allgemein bekannt, dass es so etwas wie die Mafia gibt und eine Regel namens „omertà“, die ihren Mitgliedern angeblich Verschwiegenheit auferlegt. Das war Anfang der 1960er Jahre noch völlig anders, als Leonardo Sciascia seine später so genannten „Mafia-Kriminalromane“ Il giorno de la civetta (1961) und A ciascuno il suo (1966) veröffentlichte. Damals war die Mafia weder soziologisch erforscht noch juristisch durchleuchtet, die Leugnung ihrer Existenz auf Sizilien noch Ehrensache, und der Kriminalroman war eine unter Literaten gerne geschmähte Gattung. Folglich waren die genannten Romane literarisch und kulturell in mehrfacher Hinsicht bahnbrechend: Das Wirken der Mafia wurde nicht nur realistisch beschrieben, sondern auch die Verschränkung der sizilianischen Alltagskultur mit deren Codes in die Handlungsführung integriert. Der Kriminalroman, seit Jahrzehnten im Dienst einer idealisierten Idee von Gerechtigkeit, verwandelte sich bei Sciascia zum Werkzeug der Dekonstruktion des Vernunftglaubens. In Sciascias sizilianischen Mafia-Krimis scheint die Ausnahme nicht das Verbrechen zu sein, das in einen friedlichen Alltag einbricht, sondern vielmehr der Ermittler, der die Selbstverständlichkeit des Verbrechens zur Sprache bringt. Wie aber spricht man in einer Welt, in der Verschwiegenheit als Tugend gilt? Dieser speziellen Herausforderung stellten sich Sciascia und Elio Petri, der Regisseur der Verfilmungen, auf je eigene Weise.

Ort:  Hörsaal 218 im Universitätshauptgebäude

Zeit: 19 Uhr

Wir freuen uns auf einen vollen Kinosaal!